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TU Berlin

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Log4Jobs – Verlustarme Lebensmittellogistik für mehr Beschäftigung in Äthiopien

Projektinhalte

Motivation

Die ressourcenschonende Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit Lebensmitteln ist eine der Kernherausforderungen unserer Gesellschaft. Bereits heute werden weltweit Lebensmittel für über 12 Mrd. Menschen produziert, jedoch gehen knapp ein Drittel dieser Lebensmittel verloren. Während in westlichen Industrieländern ein Großteil dieser Verluste auf den Endverbraucher zurückzuführen ist, zeichnet sich in Entwicklungsländern Subsahara-Afrikas ein entgegengesetztes Bild ab. Vielmehr sind es hier Nachernte-Verluste entlang der Logistikkette (hin zum Endverbraucher), die den Großteil der Verluste ausmachen. Ineffiziente Logistikprozesse, geringer Technologieeinsatz, lange Distanzen, ungenaue Bedarfsprognosen sowie fehlende Ausbildungsstandards bilden nur einen Teil der Bandbreite von Ursachen, die Entwicklungsländer Subsahara-Afrikas angehen müssen, um nachhaltiges Wirtschaftswachstum und somit ein stabiles Beschäftigungswachstum sicherzustellen.

In Äthiopien ist der Hebel einer verlustarmen Lebensmittellogistik auf eine nachhaltige Beschäftigungswirkung für Arbeitsplätze besonders hoch. Äthiopien selbst besitzt seit Jahren eine der am stärksten wachsenden Wirtschaften in Subsahara-Afrika - wobei knapp ein Drittel des BIP vom Landwirtschaftssektor erwirtschaftet wird. Innerhalb dieses Sektors arbeiten zudem knapp zwei Drittel der arbeitsfähigen Bevölkerung. Eine ineffiziente Logistik stellt hier nach wie vor einen enormen Kostentreiber dar, der lokale Unternehmen (entlang der Logistikkette zwischen Ernte und Endverbraucher) daran hindert, nachhaltig zu wirtschaften, dementsprechend zu expandieren und zusätzliche Mitarbeiter einzustellen. Kernprodukte der Lebensmittelindustrie Äthiopiens sind Kaffee, Fleisch sowie Obst und Gemüse, wobei Obst und Gemüse aktuell vorrangig für den lokalen Markt angebaut werden. Regierungsseitig wird jedoch bereits vorangetrieben, dass bessere Voraussetzungen für den Export dieser Lebensmittelgruppe geschaffen werden.

 

Ziele

Das Forschungsvorhaben zielt daher darauf ab, die Lebensmittelstrukturen in Äthiopien vor Ort zu untersuchen, Ursachen von Verlusten zu strukturieren und gemeinsam mit der lokalen Industrie Maßnahmen zu entwickeln, die sowohl zur unternehmensinternen als auch der unternehmensübergreifenden Steigerung der Prozesseffizienz und Verlustvermeidung beitragen. Bei der Identifikation von Best-Practice-Ansätzen, der Ableitung von Prozessstandards sowie der exemplarischen Erprobung der entwickelten Ansätze spielt die Untersuchung des Einflusses von Technologien (u.a. Lager-, Transport- und Kühltechnologien sowie Plattform-Ansätze) auf Verlustvermeidung ebenfalls eine entscheidende Rolle. In diesem Zusammenhang soll auch untersucht werden, in welchem Maß eine verlustarme Lebensmittellogistik eine Beschäftigungswirkung in Äthiopien erzielen kann. Hierbei sollen auch die indirekten Effekte durch die Nutzung lokal vorhandener Technologien in Betracht gezogen werden. Die im Rahmen des Forschungsvorhabens fokussierten Lebensmittelgruppen sind die drei bereits erwähnten Gruppen: Kaffee, Fleisch und Obst/Gemüse. Zum einen gehören diese zu den wichtigsten Lebensmittelgruppen des Landes, zum anderen weisen Sie unterschiedliche logistische Anforderungen und Handhabungseigenschaften auf, die verschiedene Ansätze zur Gestaltung verlustfreier logistischer Systeme erfordern.

 

Lösungsansatz

Um sich diesem Ziel zu nähern, wählt das Forschungsvorhaben einen multidirektionalen Ansatz, der Wissenschaft und Praxis von Beginn an verzahnt, um die praxisnahe Umsetzbarkeit der ermittelten Ansätze frühzeitig sicherzustellen. In diesem Zusammenhang werden lokal in Äthiopien Industrieworkshops durchgeführt, Fallstudien erhoben sowie Feldversuche für die Umsetzbarkeit von Maßnahmen durchgeführt. Die dabei erhobenen Daten und Erkenntnisse fließen direkt in quantitative Analysen, wissenschaftliche Veröffentlichungen etc. ein. Der Gestaltungsrahmen des Forschungsvorhabens inklusive der Aufgaben der Arbeitspakete, der verwendeten Methoden und Formate sowie der einzubeziehenden Stakeholder ist in folgender Abbildung dargestellt.

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Projektorganisation

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Projektförderer: 

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

 

Projektlaufzeit: 

01.01.2020 – 30.06.2022

Zusatzinformationen / Extras

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Ansprechpartner

Julia Kleineidam, M. Sc.
+49 (0)30 314-26747
Sprechstunde: nach Vereinbarung
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